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«Gott hat uns das Siegel der Zugehörigkeit aufgedrückt» (2 Kor. 1, 21).
Wir machen stets die Erfahrung dieser Wahrheit.
So groß auch die Schuld und die erlittenen Versuchungen im Priester, der sich in Schwierigkeiten befindet, sein mögen, so bleibt der priesterliche Charakter immer unauslöschbar. Die Grundzüge von Jesus, gekreuzigter und auferstandener Priester, stellen die wahre, intimste und sich deutlich unterscheidende Identität der Gottesdiener dar.
Keine Sünde kann jemals die wahren Merkmale eines Priester auslöschen, weder Mitglied der personellen Struktur des Auferstandenen zu sein, noch das Besitzen der Würde und der regalen Gewalt des ewigen Priesters, weder die Zugehörigkeit Christi im Geist und Körper, noch geweiht zu sein für immer dem Dienste am Menschen.
Im Priester, der sich in Schwierigkeiten befindet, tauchen die innere Ähnlichkeit mit dem Gottessohn und der Anspruch auf Heiligkeit und Selbstaufopferung auf. Wie eine Qual oder wie ein Wunsch nach Befreiung vom Bösen, wie Hoffnung oder wie Angst, wie Sehnsucht einer absoluten Hingabe oder wie ein Schuldgefühl, das keine Ruhe lässt. Die priesterliche Weihe zündet in Wahrheit eine dramatische Spannung an, die nie erlischt.
Die bedingungslose Zugehörigkeit zu Gott nimmt dem sich in Schwierigkeiten befindenden Priester zwar nicht die Freiheit, weckt jedoch eine lebhafte Unruhe, die eine stete Anflehung um göttliche Hilfe und ein Ruf nach Barmherzigkeit ist. Normalerweise beruhigt sich diese «Qual», dieser «Albtraum» (so nennt man es) nur in der Rückkehr zu Gott und seinem Mysterium.
Wir treffen einige Priester, die in Not sind, Brüder, die einen sehr starken Ruf Gottes empfinden. Während die spirituelle Faulheit Platz in ihrem Leben eingenommen hat, so wird die Zugehörigkeit zu Gott angezweifelt oder sogar belacht. Aber obwohl das Leiden immer mehr schmerzt und die Aufrichtigkeit gereinigt und die Gnade endlich wirksam wird, oder wenn viele Jahre seit der Jugend vergangen sind und inzwischen die Einheit mit Gott sehr intensiv und stabil geworden ist, so sprechen die Priester – auch wenn sie verweltlicht und verheiratet sind – von ihrem priesterlichen Charakter wie von der wahrsten innerlichen Seele und erkennen, dass Gottes Siegel sie wirklich im Tiefsten und für immer gekennzeichnet hat.
Damit der priesterliche Charakter im Kopf der Priester erblüht, und damit dieser Glanz zu Kraft und Enthusiasmus wird, müssen wir vor allem beten.
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