Briefe an Freunde
Liebe Freunde
16. Juli 2010

Liebe Freunde der Priester,
    
                                                   das erst kürzlich beendete Priesterjahr hat wieder einmal die unendlich große Liebe des Priesters Christus für seine Kirche gezeigt. Es ist für die vielen Gläubigen eine lange Zeit des Nachdenkens und des Betens, und unter diesen seid Ihr sicherlich die großherzigsten gewesen! Vor allem für eure Stimme wurde dieses Jahr Jesus die Anerkennung der gesamten Humanität für das Geschenk des Priestertums entgegengebracht, welches die Vergebung der Sünden ermöglicht und uns Pilgern das Brot des Lebens, die Nahrung des Evangeliums schenkt!

Aber es ist auch ein Jahr der besonderen Gnade gewesen, da Jesus selbst die Kirche zu einer radikalen Wahrheit und Reue aufgerufen hat, durch das Überfluten von Skandalen, welche die öffentliche Meinung erschüttert und das Gewissen der Gläubigen und Nicht-Gläubigen verletzt hat. Trotz großen Schmerzens (Er macht ständig die Erfahrung des Verrates durch Judas und Petrus!) hat der Priester Jesus, der seine Braut liebt und sie „heilig wie ihn“ will, uns alle dazu geführt, sich der Mechanismen des Bösen und seines Ausdrucks bewusst zu werden, welche sogar im Tempel, unter den Priestern, in unseren Ausbildungsstrukturen und manchmal in jenen der Regierung sichtbar sind. Aus Liebe, uns endlich mit der Offensichtlichkeit von verbrecherischen Tatsachen auseinanderzusetzen und zu konfrontieren, hat Jesus uns nicht erlaubt, die Probleme zu ignorieren oder irgendwelche Entschuldigungen zu suchen, sondern er lädt uns ein, keine Angst vor der Demütigung zu haben, die die Beichte der wirklichen Schuld mit sich bringt und er hat uns den evangelischen Sinn der öffentlichen Bitte um Vergebung der Priester für Schulden, die sich tragischer Weise bis in die Gegenwart mitgeschleppt haben, offenbart,. In seiner unendlichen Güte hat Jesus auf diese Weise daran erinnert, wie wichtig die ständige Weiterbildung derer ist, die sich Ihm weihen und, zugleich erinnert Er uns daran, dass nicht alle Menschen geeignet sind Priester oder Religiöse für das Reich zu werden. Er hat uns zum Gehorsam und zur Pflicht gerufen, manchmal oberflächlich, um uns um ein mehr menschliches und berufenes sorgfältiges Unterscheidungsvermögen zu bemühen und mit mehr Ausharrung, auf allen Niveaus, die Bedürfnisse der Berufung, der Identität und der priesterlichen Mission vorzuschlagen.

Die vielen und erleuchtenden Aufrufe unseres Papstes Benedikt XVI in diesem langen gelittenen und von der Vorsehung bestimmten Jahr haben von Jesus selbst blendende Bestätigung erhalten. Er ist es, der zum Wohle unser aller in jedem Teil der Erde, seiner eigenen Passion und seinem eigenen Tod viele Priester und Bischöfe vereint, welche in der letzten Zeit und in der Zeit der Skandale ihr eigenes Leben und ihr Zeugnis ihrer Stille des Martyriums angeboten haben. Ich erinnere mich nicht zuletzt an meinen guten Freund und Kapuzinerbruder Pater Luigi Padovese, dem die Kehle durchgeschnitten wurde wie einem Lamm, ihm, der er so sanft und evangelisch war, seinem Henker selbst das Brot zu reichen und ihm seine Gastfreundschaft anzubieten. Jesus, der ihn uns als Modell der Kohärenz und der Hingabe gegeben hat, hat uns auch die Tränen geschenkt, um um ihn zu trauern “wie man weint für einen Erstgeborenen“.

Aber das Geheimnis des Bösen hat nicht das letzte Wort in der Geschichte der Menschheit und der Kirche. Durch die Passion führt uns Gott immer zur Auferstehung! Unter der erleuchteten Führung unseres Papstes macht die Braut ihre trittsicheren Schritte in der Hoffnung, wie noch nie, die Wahrheit der Welt, die Gerechtigkeit der Gesellschaft und der Opfer und die Barmherzigkeit den schuldigen Brüdern gegenüber zu verkörpern. Trotz der dramatischen Situationen, der extremen Fälle ist endlich der Ausdruck “Null Toleranz” von der offiziellen Bildfläche verschwunden, weil er der Sprache Jesus und der spirituellen christlichen Tradition fremd ist. Auch dem Priester gegenüber, der für schwere Delikte verantwortlich gemacht werden kann, darf es keinen Raum geben für Verbitterung, der die Barmherzigkeit, die Kur und die Möglichkeit der Erlösung ausschließt.

Wie eine verletzte und Schmerzensmutter, die doch immer eine Mutter ist, so ist die Kirche durch den Hirten Jesus geführt worden, ihren Geist, Herz und Arme zu öffnen, um dieses erste Jahrhundert des dritten Jahrtausend mit einem gereinigten Geist zu durchqueren. Und doch fühlen wir alle unser Herz dem Gebet und der handelnden Nächstenliebe zu öffnen, sodass jeder sich in Schwierigkeiten befindende Priesterbrüder Gesundheit und physische und geistige Ruhe zurückgewinnen kann.
 
In diesem Priesterjahr, hat uns der Priester Jesus vor gefährlichen Idealisierungen des Priestertums gewarnt und hat uns den Körper seiner Braut umarmen lassen, der zerrissen von der Zerbrechlichkeit der Menschen, aber immer erfüllt von der Göttlichen Anwesenheit, die sie durch die Jahrhunderte führt und stützt, ist. Die Kirche wird dazu geführt, ernsthaft über die Schwächen und  Folgen der eigenen Sünden nachzudenken und ist mittlerweise auf dem Weg einer radikalen und unaufschiebbaren von der Vorsehung bestimmten Erneuerung, deren Schwerpunkte der Glaubwürdigkeit seiner Priester und ihrer Verkündigung die Wahrheit und die Gerechtigkeit, sowie die Demut und die Kohärenz sind.

Liebe Freunde der Priester, tief verwurzelt im Vertrauen auf die Auferstehung Jesu, nehmen wir Abstand von all dem, das versucht, die Kirche in Misskredit zu bringen, damit Sie als einzige moralische Autorität bestehen bleibt, auch wenn etwas verschmutzt und verletzt, um uns stets an die Prinzipien der Menschlichkeit und Spiritualität  zu erinnern, die uns Gott offenbart hat! Nur jener bleibt gegenwärtig und lebhaftig, der in seinem Priestertum bis zum Ende der Zeiten die verzweifelte Anrufung der Menschen erhört: „Herr, zu wem gehen wir?“

 

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